Wadi Rum, Jordanien | Die schönste aller Wüsten

Wadi Rum wird auch als „Valley of the Moon“ bezeichnet, und Szenen des Films Der Marsianer wurden in dieser surrealen Landschaft gedreht. Zum Glück befindet sich dieses überwältigend schöne Fleckchen Wüste in Wirklichkeit aber auf unserem Heimatplaneten – und dann auch noch ganz in meiner Nähe!

Verena wandert:

Direkt nach unserer Zeit in Aqaba am Roten Meer sind wir zu viert nach Wadi Rum aufgebrochen, mit nur der Spur einer Vorahnung der Schönheit, die uns erwarten würde. Im Süden Jordaniens sollte uns nämlich eine der malerischsten und unfassbarsten Landschaften erwarten, die ich je besucht habe.

Vorher mussten wir jedoch den Eingang zum Gebiet mit dem Taxi passieren und unsere Guides im kleinen Dorf vor der Wüste treffen. Sie begrüßten uns mit Tee und zeigten uns, wo wir uns noch mit einigen Lebensmitteln eindecken konnten, bevor die Reise losgehen sollte. Kurz darauf stiegen wir in den Jeep, der uns den Tag über durch die Wüste transportierte, und Youssef, der uns führende Beduine, stieg auf’s Gaspedal. Auf ging es in das Reich von Lawrence von Arabien!

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Bereits nach wenigen Metern Sandpiste breitete sich die Marslandschaft vor uns aus und schimmerte in allen Rottönen, die das Farbspektrum zu bieten hatte. Gleich zu Beginn erklommen wir bei nicht segender, aber trotzdem intensiver Hitze den ersten Aussichtspunkt. Oben angekommen bestaunten wir atemlos die unendliche Weite (die Atemlosigkeit wurde bei mir nicht nur durch die Schönheit der Wüste, sondern auch durch den Aufstieg verursacht).

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Von dort an ging es weiter zu verschiedenen Schluchten, Wanderwegen, Felszeichnungen und Aussichtspunkten, die allesamt überragend waren. Noch dazu hatten wir das Glück, die Wüste (zumindest gefühlt) für uns zu haben – in der ganzen Zeit ist uns kaum ein Auto begegnet und nur an ein oder zwei Haltepunkten begegneten uns andere Wüstentouristen. So konnten wir in aller Ruhe die Einsamkeit und Schönheit Wadi Rums genießen.

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Das Wunderbare an der von uns gebuchten Tour war, dass unser Guide wahnsinnig entspannt war und sich unserem Tempo perfekt anpasste. Zweimal setzte er uns an einem Punkt aus, beschrieb den ungefähren Weg, den wir laufen sollte, und fuhr dann zum Endpunkt vor, sodass wir ohne Vorgabe und ohne Zeitdruck die Wüste für uns erkunden hatten und sie erkunden konnten.

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Gegen Ende des Tages fuhren wir zu einer kleinen Anhöhe, von der aus wir einen Sonnenuntergang erleben durften, der uns mit dem Gefühl zurückließ, für immer in der Wüste bleiben zu wollen. Wieso sollte man auch in eine verrauchte, laute und hektische Großstadt zurückkehren, wenn man auch in dieser unwirklichen Landschaft voll sandiger Schönheit bleiben konnte? Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte uns Wadi Rum vollkommen für sich eingenommen und einstimmig entschieden wir, dass wir zurückkehren müssen – wir hatten keine andere Wahl.

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Nach diesem glorreichen Tagesabschluss heizte unser Guide mit uns durch die sich langsam verfinsternde Wüste zu unserer nächtlichen Ruhestätte. Im Camp mitten im Nirgendwo angekommen durften wir zuerst unsere kleinen Hütten beziehen. Anschließend wurde uns das traditionell-touristische Beduinen-Gericht präsentiert, das zwei Stunden lang in einem Topf im heißen Sand gekocht hatten. Obwohl man den Führern leicht anmerkte, dass sie das Prozedere jeden Abend inszenierten, machte es doch Spaß, ihnen zuzusehen – und natürlich machte es danach noch viel mehr Spaß, die Speisen zu essen.

Nach ein paar obligatorischen Zügen an der Shisha und einigen netten Gespräch mit den wenigen anderen Besuchern im Camp hievten wir unsere Sitzpolster auf einen Felsvorsprung und beobachteten, wie mit jeder Minute neue Sterne am Himmel auftauchten. Einen derart von Sternen übersäten Himmel hatte ich zuletzt im australischen Outback genießen dürfen und fand es unendlich erholsam, mich nach langer Zeit wieder fern von Zivilisation aufzuhalten. Nachdem wir all unsere Wünsche an Sternschnuppen übergeben hatten, machten wir noch einen kurzen Spaziergang durch das Dunkel der Wüste und entschieden dann, die Nacht nicht in unserer Hütte zuzubringen, sondern unsere Betten nach draußen zu räumen und unter dem funkelnden Firmament zu schlafen. Außerdem hatten wir uns entschieden, den Wecker zu stellen, um am nächsten Morgen der Sonne beim Aufgehen zuzusehen. Diese Entscheidung wirkte in den ersten Minuten nach dem Weckerklingeln hart, aber spätestens als die Sonne die ersten Strahlen über die Bergkuppe schickte, waren wir froh, diesen Moment erleben zu dürfen.

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Unser Nachtlager

 

Am nächsten Morgen gab es noch Frühstück und dann brachte uns unser Jeep unbarmherzig zurück in das Dorf am Rande von Wadi Rum. Dort hieß es endgültig Abschied nehmen von einer der umwerfendsten Landschaften – das Taxi wartete bereits und kutschierte uns zurück nach Aqaba. Leicht melancholisch und übermüdet hingen wir auf der Fahrt unseren eigenen Gedanken nach, und waren uns dennoch in Einem einig: Wir kommen wieder.

Verena empfiehlt:

» Unsere Tour haben wir mit Rum Stars unternommen und waren rundum, hundertprozentig zufrieden. Die Abholung lief reibungslos, die Tour war fantastisch und auch der Abend im Camp war einfach perfekt. Dank unseres sympathischen Guides haben wir einen tollen Tag in der Wüste erlebt, den keine von uns so schnell wieder vergessen wird. Das Essen im Camp war hervorragend und reichhaltig, und der Preis war für all das, was wir erlebt haben, vollkommen angemessen.

» Vorsichtig am Eingang zum Rum Village – dort wird oftmals versucht, ein Eintrittsgeld abzukassieren. Mit der Behauptung, dieses sei bereits im Tour-Preis enthalten, wird man aber problemlos durchgewunken, frei nach dem Motto: Man kann’s ja mal probieren.

» Die Fahrten von und nach Aqaba haben wir mit dem Taxi unternommen, wobei die Fahrer in Aqaba einen ungefähren Festpreis für die nicht übermäßig lange Strecke beschlossen haben: Zwischen 20 und 25 JD kostet die knapp vierzigminütige Fahrt.

An dieser Stelle findet ihr unser Abenteuer nochmal in bewegten Bildern:

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