Tasmanien, Australien | 9 fantastische Orte, die man nicht verpassen sollte

Tasmanien gehört meist nicht zu den traditionellen Reisezielen eines Australien-Backpackers… Doch hier kommen 9 gute Gründe, das schleunigst zu ändern!

Verena wandert:

Tasmanien zu besuchen war Teil meines großen Ziels, alle australischen Staaten und Territorien zu besuchen. Zugegeben, das ist ein ziemlich schwacher Grund, dorthin zu reisen. Aber zusätzlich zu diesem ehrgeizigen Plan hatte ich während meiner Zeit in Melbourne nur das Beste von diesem Fleckchen Erde gehört, vor allem, da es doch einen großen Kontrast zum ‚Mainland‘ darstellen sollte. Mit meinem Freund und zwei weiteren Travelmates bereiste ich also für 10 Tage die südlich gelegene Insel. Ich bin, ehrlich gesagt, kein Fan von Listen über Orte, die man gesehen haben muss – aber diese 9 fantastischen Stationen kann ich nur jedem Tasmanien-Reisenden ans Herz legen:

#1 – Cradle Mountain & Dove Lake, Cradle Mountain-Lake St Clair National Park

Gut, dieser erste Punkt ist nicht gerade ein ‚Geheimtipp‘, aber ich dachte, für diejenigen, die ihn noch nicht kennen, sei er ein ziemlich überzeugendes erstes Argument. Und diejenigen, die den Cradle Mountain und den Dove Lake schon einmal besucht haben, werden sich bestimmt gerne zurückerinnern. Schließlich sieht man so schöne Orte nicht jeden Tag!

(Für diejenigen unter euch, die genauso faul sind wie ich: Um die Schönheit der Gegend zu bestaunen, muss man den Cradle Mountain nicht zwangsläufig erklimmen – eine Umrundung des Dove Lake und Wanderungen durch die Gegend reichen dazu auch aus.)

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#2 – Bruny Island und ‚The Neck‘

Allein wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen, Bruny Island zu besuchen – einfach aufgrund der Tatsache, dass ich noch nie davon gehört hatte! Zum Glück hatte unsere mitreisende Freundin sich vorher diverse Ziele herausgesucht, darunter auch Bruny Island und die verrückte Stelle ‚The Neck‘, die den nördlichen Teil der Insel mit dem südlichen Teil verbindet. Sie ist so schmal, dass man vom höher gelegenen Aussichtspunkt das Meer von beiden Seiten erblicken kann (um das besser zu verstehen, sollte man sich die Form von Bruny Island und The Neck auf einer Karte angucken). Dort befindet sich auch eine Stelle, von der aus man gut Pinguine sehen kann – während wir also kleine Baby-Pinguine beim durch-die-Nacht-Wandern beobachteten, spannte sich über uns ein herrlicher Sonnenuntergang. Viel mehr braucht es nicht, um mich glücklich zu machen.

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#3 – Mount Wellington, Hobart

Mount Wellington ist ein Berg, der bei der Hauptstadt Tasmaniens, Hobart, gelegen ist. Von ihm aus hat man mit etwas Glück eine fantastische Aussicht auf das Meer und die Stadt. Ich schreibe bewusst ‚mit etwas Glück‘, da es bei uns zwei Anläufe brauchte, bis wir tatsächlich von der Spitze aus etwas sehen konnten – beim ersten Besuch war die Umgebung nur in Wolken gehüllt. As Hinweis: Die Temperatur auf dem Berg ist im Vergleich zur Stadt ziemlich niedrig; eine Jacke mitzunehmen ist also keine schlechte Idee!

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#4 – Cape Hauy, Tasman Peninsula

Wenn ich mich richtig erinnere, hat es uns eher zufällig zum Cape Hauy auf der Tasman Peninsula verschlagen, nachdem wir in der überwältigend schönen Fortescue Bay genächtigt hatten – doch ich bin froh, dass es damals so kam. Denn auch, wenn der Weg dorthin nicht gerade ohne war (4 Stunden sind für Hin- und Rückweg von insgesamt 9 km veranschlagt), hat uns die Sicht am Ende absolut entschädigt. Wir hatten Glück und konnten uns über einen Tag freuen, an dem der Himmel mit dem Meer darum wetteiferte, wer das schönere Blau zu bieten hatte – einfach unglaublich!

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#5 – Wineglass Bay, Freycinet National Park

Neben #1 noch ein weiterer Klassiker: Die Wineglass Bay, benannt nach ihrer Form. Natürlich ist dieses recht bekannte Ziel gut besucht, doch sobald man sich vom Aussichtspunkt in Richtung Strand bewegt, verlaufen sich die Menschen zwischen den Bäumen und später im Sand.

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#6 – Hazards Beach, Freycinet National Park

Der Hazards Beach liegt im gleichen Nationalpark wie die Wineglass Bay, ist jedoch (aus einem mir nicht bekannten Grund) nicht übermäßig bekannt. Von der Wineglass Bay führt ein Wanderweg in dieses kleine Paradies – vielleicht war ich damals so tief beeindruckt, weil ich die übrigen türkisen, glasklaren Buchten Australiens noch nicht kannte. Aber ich glaube, dass dieser wunderschöne Strand auch Australien-erfahrene Reisende staunen lässt.

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#7 – MONA, Hobart

Ich persönlich kann zwar von Buchten mit schneeweißem Sand und türkisfarbenem Wasser nicht genug bekommen, aber manchmal besteht eine Reise auch aus mehr. Zum Beispiel aus Kunst. Ich war noch nie museumsscheu, im Gegenteil: Besonders Fotografieausstellungen haben mich immer begeistert. Aber ein Museum wie das MONA in Hobart habe ich noch nie gesehen, und ich bezweifle, dass es etwas Derartiges auf der Welt noch einmal gibt. Wahrscheinlich muss man die Art von Kunst, die dort gezeigt wird, einfach mögen, um das Museum of Old and New Art genießen zu können – das war für mich aber kein Problem. Mit einem iPod in der Hand scannt man die einzelnen Kunstwerke und erfährt so mehr über sie, kann sie bewerten und unter den Favoriten speichern. Diese Sammlung kann man sich anschließend per Email zuschicken lassen. Ein innovatives Prinzip, das sich in der dargestellten Kunst fortsetzt. Die dort ausgestellte Kunst ist so vielfältig und manifestiert sich in verschiedenen Formen und Materialien, dass für die meisten Besucher sicher das ein oder andere bewunderswerte Stück dabei ist – für mich persönlich war der Besuch durchgängig ein Highlight!

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#8 – Marakoopa Cave, Mole Creek Caves

In der Umgebung von Launceston haben wir die Marakoopa Cave besichtigt, eine Tropfsteinhöhle, die zum System der Mole Creek Caves gehört. Dort kann man zwischen verschiedenen Touren wählen, wobei wir uns für die ‚Underground Rivers and Glow-worms Tour‘ entschieden haben. Unter der Bezeichnung ‚Underground Rivers‘ haben wir uns ehrlich gesagt Spektakuläreres vorgestellt, doch die Höhle an sich war einfach faszinierend – und als unser Führer dann jede Form der Beleuchtung ausschaltete und die Decke über uns vor lauter Glühwürmchen strahlte, waren wir alle absolut überwältigt.

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#9 – Bay of Fires

Als letzter Punkt auf meiner Liste der Highlights in Tasmanien ist die Bay of Fires aufgeführt. Auch nicht gerade ein Geheimtipp (obwohl uns damals eine Dame vom Gegenteil überzeugen wollte), aber das zeugt ja eigentlich nur davon, wie schön es dort ist. Leider hatten wir bei unserem Besuch wettertechnisch ein wenig Pech – uns wurde türkisfarbenes Wasser versprochen, stattdessen bekamen wir dunkle Wolken und eine raue See. Doch da wir auf unserer Reise schon ausreichend Blau zu sehen bekommen hatten, störte uns das nicht großartig – zumal die Hauptattraktion die orange leuchtenden Felsbrocken waren, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch ein hervorragendes Fotomotiv abgeben.

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Anregungen & Tipps:

» Für unseren Trip durch Tasmanien haben wir uns bei Rent-A-Bug ein Auto gemietet, das recht günstig und verlässlich war – dabei gibt es jedoch einiges zu beachten, z.B. dass nicht alle Autos modern sind, dass die Pick up und Drop off Locations etwas abgelegen sind (Hobart gehört nicht dazu!) und sie zwar Fahrer unter 21 Jahren genehmigen, es aber meines Wissens eine Extra-Gebühr für junge Fahrer und Fahrerinnen gibt.

» Während unserer Reise haben wir durchgängig gecampt. Und obwohl wir Anfang März verreist sind, was auf der Südhalbkugel theoretisch noch zum Spätsommer gehört, waren die Temperaturen mitunter hart an der Grenze. Auch gibt es in Tasmanien nicht unendlich viele Campingplätze, sodass man sich bestenfalls vorab informieren sollte – oft haben wir in ‚Buschcamps‘ mitten im Wald geschlafen, die maximal über ein Plumpsklo verfügen. Auch diese sind nur in den wenigsten Fällen kostenlos! All dies sollte bei der Suche berücksichtigt werden.

» Tasmanien gilt als kulinarisches Paradies. Da wir als Backpacker ein äußerst spärliches Budget hatten, haben wir davon leider nichts mitbekommen – falls ihr mit etwas mehr Geld reisen solltet: Nehmt diese Chance wahr!

 

Insgesamt gesehen ist Tasmanien ein absolutes Naturparadies! Wir haben unsere Zeit dort absolut genossen und ich hoffe, dass viele Reisende, die Tasmanien auf ihrer Australienreise komplett ausblenden, ihre Meinung noch einmal ändern und dieses himmlische Stück Erde besuchen. Gibt es noch weitere, sehenswerten Orte, die ich nicht aufgeführt habe? Dann hinterlasst sie mir doch in den Kommentaren!

[Reisezeitpunkt: März 2014]

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