Melbourne, Australien | Die schönste australische Stadt

Zugegeben: Was die  „schönste australische Stadt“ angeht, bin ich voreingenommen. Ich habe zwar alle australischen Großstädte besucht, meist aber nur für einige Tage oder gar Stunden. In Melbourne hingegen habe ich über ein halbes Jahr gelebt und in der Zeit hat sich eine Liebe entwickelt, für die ich keine Worte finde.

Verena wandert:

Für mich ist Melbourne nicht nur die schönste australische Stadt, sondern auch die schönste Großstadt der Welt – zumindest von denen, die ich bislang kenne. Hier kommen ein paar Dinge, die ich an dieser Stadt so liebe (ich hätte diese Liste wirklich noch lang weiterführen können…):

Melbournes Schönheit und Atmosphäre

Melbournes Innenstadt ist einfach wunderschön. Allein der Blick auf den Yarra River mit den Grünflächen und den Cafés am Wasser – die elegant in die Höhe ragenden Wolkenkratzer, unter ihnen der gold schimmernde Eureka-Tower – die breiten Straßen und die kleinen Gassen – und dazwischen immer wieder fantastische Gebäude oder Plätze wie der Federation Square, die Flinders Street Station, der Turm in Melbourne Central oder das Royal Exhibition Building. Außerdem trifft man fast überall auf Straßenmusikanten, die zur lebendigen und herzlichen Atmosphäre in der Stadt beitragen.

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Die Nähe zur Great Ocean Road

Die Great Ocean Road ist wirklich eine unglaublich schöne Küstenstraße mit fantastischen, natürlichen Sehenswürdigkeiten. Selbstverständlich würde man sie nie entlangfahren, ohne nicht zumindest einmal anzuhalten (wer könnte bei solchen Stränden widerstehen?), aber selbst wenn man es täte – allein die Sicht aus dem Auto direkt auf das Meer ist einfach traumhaft. Und das Beste: Ihr Anfang in Torquay ist nur etwas über eine Fahrtstunde von Melbourne entfernt!

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Das Gefühl von Jahreszeiten

Wenn es einen Satz gibt, der Melbournes Wetter perfekt beschreibt, so ist es wohl „Four Seasons in one Day“. Anfangs fand ich die Tatsache, dass die Temperaturen in Victorias Hauptstadt auch mal nahe an die 0° kommen, abschreckend, aber ich habe einen kräftigen Regenschauer in Australien schätzen gelernt. Und außerdem scheint zwei Stunden später ja sowieso wieder die Sonne!

Erst ein verhangener Himmel in den Docklands…
Erst ein verhangener Himmel in den Docklands…
… und später Sonne in St Kilda
… und später Sonne in St Kilda

Street-Art Kultur

Zwei Worte: Hosier Lane.
Nein nein, es wäre falsch, die großartige Graffiti-Kunst in dieser großartigen Metropole auf eine einzige Straße zu beschränken – auch wenn sie wohl die bekannteste ist. Man findet Street Art (und ich meine unglaublich gute Street Art) an vielen Ecken und Enden der Stadt und sieht sich doch nie daran satt.

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Kunst & Kultur

Je nachdem, wie weit man die Begriffe Kunst und Kultur fasst, kann man in Melbourne sehr viel erleben. Die National Gallery of Victoria bietet beispielsweise kostenlose Ausstellungen, auf dem berühmten Queen Victoria Market findet man neben Kleidung und Souvenirs auch grandiose Essensstände, den Shrine of Remembrance kann man nicht nur erklettern, sondern man kann auch etwas über seine Bedeutung lernen. Und wenn man einfach mal ein bisschen raus aus dem Trubel der Stadt möchte, spannt man in den Royal Botanic Gardens aus, ein paar Stunden dort sind wie einige Tage Urlaub.

Royal Botanic Gardens
Royal Botanic Gardens
Queen Victoria Market
Queen Victoria Market
Die "Melbourne Now" Ausstellung
Die „Melbourne Now“ Ausstellung
Der Blick vom Shrine of Remembrance
Der Blick vom Shrine of Remembrance

Events!

Ob wohl jemals ein Melburnian das Wort ‚Langeweile‘ in den Mund genommen hat? Okay, sie würden wahrscheinlich sowieso ‚boredom‘ sagen (Füße hoch, der kam flach), aber auch das wage ich zu bezweifeln. In Melbourne ist einfach immer etwas los! Da gibt es die Australian Open im Januar, den Großen Preis von Australien im März, das Pferderennen „Melbourne Cup“ im November, hin und wieder Cricket Events und ansonsten ganzjährig die „Australian Football“ footy matches, bei denen kein Melburnian unbeteiligt bleibt.

Australien Open
Australian Open
Das MCG
Das MCG

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Caulfield Cup
Caulfield Cup
Formel 1 im Albert Park
Formel 1 im Albert Park

Straßenbahnen

Ach, Melbournes Trams. Geliebtes (weil gemütlich, praktisch) und gehasstes (weil langsam, zu eng für Kinderwagen) Verkehrsmittel. Wenn man im Besitz der sogenannten myki card ist, bringen sie einen fast überall hin – man muss eben nur ein wenig Zeit mitbringen.

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Kaffee, Kuchen und Essen allgemein

Oh-oh. Ich bin mir sicher – selbst Leute, die noch nie einen Fuß auf australischen Boden gesetzt haben, haben schon von Melbournes weltbekanntem Kaffee gehört. Da ich persönlich mehr für Tee schwärme, habe ich meistens dankend verzichtet und mich stattdessen auf die Törtchen, Muffins oder Kuchen gestürzt – Melbournes Cafés in den kleinen Seitengassen verzaubern einen einfach! Außerdem gibt es zusätzlich zu den kleinen, persönlichen Kaffeehäusern auch noch Ketten wie San Churro, Pancake Parlour und Max Brenner. Und wenn einem doch eher nach herzhaft statt süß zu Mute ist, wird man garantiert auch fündig (mein absoluter Favorit: „Lord of the Fries“). Zu diesem kulinarischen Angebot trägt Melbournes Multikulturalismus bei: Die vielen verschiedenen Nationen, die in dieser Stadt vereint werden, bringen jeweils ihre fantastischsten Gerichte mit, und so kann man nicht nur in Chinatown ‚untypisch australisch‘ essen gehen. Fazit: In Melbourne zuzunehmen ist Pflicht!

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St Kilda

St Kilda is the place to be!
Wenn Melbourne eins nicht gut kann, dann sind es Strände – aber es gibt ja noch St Kilda! Auch wenn der Strand vielleicht nicht mit jenen an der Westküste zu vergleichen ist, so kann man in dem südlich gelegenen Viertel immerhin baden gehen und im Sand relaxen. Außerdem kann man den Freizeitpark ‚Luna Park‘ besuchen, die Straßen entlangflanieren, abends etwas trinken oder essen gehen und nachts am Pier Zwergpinguine bestaunen (bitte ohne Blitz fotografieren!). Im Ernst, braucht es noch mehr, um von einem Viertel überzeugt zu werden?

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Ordnung der Straßen

Guckt man sich Melbourne auf einer Straßenkarte an, entfährt einem unweigerlich ein genießerisches ‚Ahh‘. — Moment, bin ich die Einzige, die den Anblick symmetrisch angeordneter Straßen als wunderbar empfindet? Egal, selbst wenn ihr es nicht schön finden solltet – praktisch ist es allemal! Und dafür gibt es auch eine sehr lustige und passende Grafik…

Verena empfiehlt:

» Hinsichtlich meiner Essensempfehlungen kann ich mich kaum beschränken, deswegen gibt es die volle Bandbreite an Orten, an denen einem das Wasser nur so im Munde zusammenläuft: Meine absoluter Favorit, was Nachspeisen angeht, ist San Churro (gibt es im QV in der Innenstadt, aber auch in St Kilda). Der Pancake Parlour im Melbourne Central hat unglaubliche Pfannkuchen, der Lord of the Fries ist dafür das Burger-und-Pommes-Paradies, besonders für Vegetarier. Die Pommes sind einfach göttlich! Im Lentil As Anything gibt es wahnsinnig leckeres Essen und allein für das Konzept sollte man den Laden besuchen: man bestellt, isst, und zahlt anschließend (in eine Spardose) so viel, wie einem das Essen wert war! Natürlich geben sich alle, die dort arbeiten, sehr viel Mühe, die entlohnt werden sollte, aber wenn man als Backpacker mal knapp bei Kasse ist, ist es eben eine tolle Option! Ins Kamel im Albert Park hat mich meine Gastfamilie zu meinem Geburtstag eingeladen und das vegetarische Bankett nach nordafrikanischer Küche war ein absoluter Hochgenuss, sodass ich das Restaurant uneingeschränkt weiterempfehlen kann! Da es eine Einladung war, kann ich zu den Preisen nichts sagen – ich vermute aber stark, dass es nicht gerade im Budget eines Backpackers liegt.

» Ich habe in meinem halben Jahr einiges über Hostels in Melbourne gehört und auch einige Nächte selbst in welchen geschlafen. Das United Backpackers ist dabei mit Abstand das Beste, das ich kennengelernt habe! Eine tolle Einrichtung (große, gemütliche Küche und saubere Bäder!), hervorragende Lage und humane Preise – vielleicht ein paar Dollar teurer als der Durchschnitt, aber es lohnt sich, die zu investieren. Das Urban Central an der Southbank wirkte auf mich weniger ‚backpacker-like‘, aber war trotzdem (oder gerade deshalb?) sehr sauber, ruhig und angenehm. Außerdem sind die größten Zimmer für vier Personen vorgesehen, was für Hostels ja schon luxuriös privat ist. Finger weg vom Elizabeth Hostel in der Innenstadt – ich habe dort Gott sei Dank nur eine Nacht verbracht, aber die hat gereicht! Chaotisch, schmutzig und kein sehr angenehmes Publikum.

» Im Abschnitt zu den Straßenbahnen habe ich bereits die myki-Karte erwähnt, mit der man die öffentlichen Verkehrsmittel befährt. Achtung! Es ist unmöglich, für den ÖPNV Einzeltickets zu kaufen – man muss sich die myki-Karte zulegen, was besonders für Tagestouristen ärgerlich ist. Außerdem sollte man beim Verlassen des Verkehrsmittels daran denken, sich an den elektronischen Geräten ‚abzumelden‘, damit nur der Zeitraum und der Streckenabschnitt berechnet wird, in dem man wirklich gefahren ist.

» Außerdem gibt es die für Backpacker perfekte City Circle Tram – die Straßenbahnlinie, die in beide Richtungen rund um den Innenstadt-„Ring“ fährt, interessante Infos zu den Haltestellen liefert und noch dazu kostenlos befahrbar ist!

» Wer sich entscheidet, auf den Eureka-Tower hochzufahren (was sich meines Erachtens absolut lohnt), sollte dies am späten Nachmittag tun, sodass man beide Perspektiven genießen kann: Melbourne im Tageslicht und als funkelnde Stadt bei Nacht. Und den Sonnenuntergang gibt es gratis dazu!

» Melbourne hat gleich mehrere Zoos, von denen sich der Werribee Open Range Zoo meiner Meinung nach am meisten lohnt! Auch wenn ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt leider noch keine Safari gemacht habe, ist das Erlebnis der Busreise durch das weite, offene Gelände schon recht überzeugend und im Kleinen authentisch.

 

Ich weiß, dieser Blogpost ist sehr lang geworden, aber wenn ich einmal ins Schwärmen gerate, kann ich so schnell nicht mehr aufhören – Melbourne ist einfach zu schön! Erzählt mir in den Kommentaren von euren liebsten australischen Städten oder davon, wie ihr Melbourne empfunden habt! Ich würde mich freuen 🙂

 

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