Istrien, Kroatien | 5 +1 zauberhafte Ziele auf der Halbinsel

Istrien zu bereisen war eine Offenbarung – wer hätte gedacht, dass Kroatien so schön ist!? Hier kommen fünf traumhafte und charmante Ziele auf der Halbinsel (plus einer abseits), die mich absolut verzaubert haben!

Verena wandert:

Letzten Sommer hat es meinen Freund und mich mit dem Auto nach Kroatien getrieben. Aufgrund finanzieller sowie zeitlicher Einschränkungen haben wir uns entschieden, erst einmal nur Istrien zu bereisen und damit bekannte Ferienorte wie Zadar, Split oder Dubrovnik zu übergehen. Noch an dem Tag, an dem wir über die slowenisch-kroatische Grenze gefahren sind und die ersten Städtchen bestaunten, war uns klar, dass wir sowieso früher oder später wiederkommen müssen! Und auch, wenn Dalmatien sicher die bekanntere Ferienregion ist, muss ich an dieser Stelle betonen, dass Istrien ein herrliches Ziel abgibt! Hier kommen ein paar unschlagbare Argumente, die für Istrien sprechen…

#1 – Grožnjan

Grožnjan ist ein Dorf. Eigentlich könnte man es größentechnisch schon fast als „Kaff“ bezeichnen, wenn das nicht so eine unschöne Konnotation mit sich brächte. Bleiben wir also bei der Bezeichnung Dorf. Aber Grožnjan ist nicht irgendein Dorf – es ist ein kleines Künstlerdorf. Und das merkt man an allen Ecken und Enden: Angefangen bei den kleinen flohmarktartigen Verkaufstischen am Ortseingang, über die liebevoll hergerichteten ‚Vorgärten‘, bis zu den zahllosen kleinen Ateliers in den Seitengassen. Und all das wird umgeben von den Steinmauern der jahrhundertealten Häuser. Nachdem die Siedlung fast gänzlich verlassen war, siedelten dort einige Künstler an, die die Gebäude restaurierten und den Ort in einen kleinen Touristenmagneten verwandelten.

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#2 – Rovinj

Wenn ihr Bekannte habt, die schon einmal durch Istrien gereist sind, werden sie euch wahrscheinlich von zwei Orten berichten: Pula, die als größte Stadt Istriens mit dem Amphitheater lockt – und Rovinj. Während uns Pula nicht überdurchschnittlich gut gefiel, war es bei Rovinj sozusagen Liebe auf den ersten Blick. Wenn man aus dem Norden kommend am Wasser entlang auf die Altstadt zuläuft und sie in ihrer halbkreisförmigen Pracht erblickt, ist das schon ein magischer Moment. Direkt am Wasser gelegen, aber ganz ohne Promenade – das hat etwas von Venedig. Wenn man dann noch in einem Restaurant den Platz direkt am Wasser ergattert, wenig später bewundert, wie die Sonne majestätisch im Wasser versinkt, mit einer riesigen Kugel Eis durch die Stadt schlendert, während eine Oldtimerparade an einem vorbeizieht – dann ist das Leben einfach nur schön! Am nächsten Morgen ging es für uns dann noch in den Zlatni Rt, einen kleinen Park in der unmittelbaren Umgebung von Rovinj, an dem wir einen traumhaften Strand fanden, der schon fast Karibik-Gefühle aufkommen ließ. Und bei der Abreise wusste ich: An Rovinj habe ich mein Herz verloren!

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#3 – Kap Kamenjak

Als wir am Kap Kamenjak, dem südlichsten Zipfel Istriens, ankamen, stand zuerst die Entscheidung an, ob wir den Naturpark kostenlos mit einem gemieteten Fahrrad oder gegen eine kleine Gebühr mit dem Auto befahren wollten. Zum Glück entschieden wir uns gegen die sportliche Aktivität, denn es stürmte dort ordentlich! Für den Park gab es keine Landkarte, was uns zuerst etwas verwirrte und sich am Ende in unser Glück verwandelte. Anfangs fuhren wir wie wir lustig waren durch die Gegend, hielten an einigen schönen Aussichtspunkten, bewunderten die tiefblaue, wellenwerfende, in grüne Buchten eingebettete See, und tuckerten über die unebenen Wege dahin. Und durch einen Zufall verschlug es uns dann an die wohl atemberaubendste Bucht, die ich in meinem Leben gesehen habe. Ich meine, ich habe schon einige Fleckchen Erde mit glasklarem, hellblauen Wasser erlebt, aber nichts davon lässt sich mit dem vergleichen, was wir am Kap Kamenjak antrafen. An einigen Stellen hatte das Wasser die Farbe eines Pools – und dabei war es doch das Meer. Seht und staunt selbst…

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#4 – (Die Ruinen von) Dvigrad

Dvigrad, so wurde es im Reiseführer beschrieben, wurde vor einigen Jahrhunderten von der Pest heimgesucht, woraufhin alle Einwohner entweder starben oder wegzogen. Daraufhin verfielen die Gebäude, Efeu bahnte sich seinen Weg und alles was blieb, waren malerische Ruinen. Heute kann man diese besichtigen, sich die überwucherten Pfade entlangkämpfen und ein bisschen ins Schwärmen geraten. Vielleicht nicht ein Ausflug für jeden, aber wer solch eine Art der Romantik mag, sollte sich die Ruinen von Dvigrad nicht entgehen lassen.

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#5 – Hum

Es gibt nur einen einzigen Grund, wieso es uns am Ende unserer Reise nach Hum verschlagen hat: Diese Ansammlung von Häusern trägt den stolzen Titel „Die kleine Stadt der Welt“. Wer kann bei so einer Aussage schon widerstehen? Wir jedenfalls nicht! Letztendlich ist Hum ein wirklich, wirklich kleiner Ort und besteht aus einer Reihe von sehr wenigen, aber sehr niedlichen Häusern. Viel erleben kann man dort nicht. Trotzdem oder gerade deswegen hatte es uns die Ortschaft angetan. Und ganz ehrlich: Wer möchte nicht behaupten können, in der kleinsten Stadt der Welt gewesen zu sein – vor allem, wenn sie so charmant ist wie Hum?

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#6 – Nationalpark Plitvicer Seen

Der Nationalpark Plitvicer Seen gehört nicht mehr zu Istrien, nicht einmal mehr ansatzweise. Von Opatija aus haben wir – über eine katastrophale Straße – fast drei Stunden bis dorthin gebraucht. Aber da dieser fantastische Nationalpark in keine der klar umrissenen Urlaubsregionen fällt und er uns so unsagbar gut gefallen hat, wollte ich ihn unbedingt in diese Aufzählung integrieren. Die sogenannte ‚Seenlandschaft‘ besteht aus zahlreichen Seen, die zum Teil durch Wasserfälle miteinander verbunden sind. Die ganze Umgebung ist einfach unglaublich – das Wasser ist so klar, dass es manchmal so aussah, als würden die Fische schweben, hat eine unglaubliche türkis-grüne Färbung, und die Baumlandschaft um die Seen herum gab mir das Gefühl, ich sei in Kanada – nunja, zumindest hatte ich mir Kanada immer so in der Art vorgestellt. Wenn es etwas gibt, die die Freude an dem Ausflug ein bisschen getrübt hat, war es die Tatsache, dass im Nationalpark eine Durchschleuserei von Touristen herrscht, wie ich sie selten erlebt habe. Nach einer Weile teilen sich die Wege und man ist wieder etwas mehr für sich – aber bis dahin ist man umzingelt von Menschen, wird zum Teil mehr vorwärts geschoben als dass man läuft und hat kaum eine ruhige Minute, um diese Naturphänomene zu bestaunen (von lang belichteten Fotos ganz zu schweigen). Trotzdem kann ich jedem nur empfehlen, diesen Nationalpark zu besuchen – schon der erste Ausblick ist einfach magisch, und so wird es die ganze Zeit weitergehen!

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Verena empfiehlt:

» Kroatien ist ein Paradies an Privatunterkünften, welche wir immer über das Portal Booking.com gefunden haben. In der Nebensaison sind diese noch günstiger als sowieso schon – außerdem bekommt man auf diese Weise einen meist sehr persönlichen Einblick in das Leben der Leute, die mit ihrer Gastfreundlichkeit einem sofort das Gefühl geben, einer der Einheimischen zu sein. Diese geben einem nicht nur das ein oder andere Gläschen heimischen Kirschlikör zu probieren, sondern auch wertvolle Tipps, was man in der Umgebung gesehen oder wo man gegessen haben sollte!

» Die kroatische Küche ist leider wahnsinnig fleisch- und fischlastig, sodass ich nur allzu oft mit Pizzen vorlieb nahm (was mir natürlich nicht sonderlich viel ausmachte). In Rovinj haben wir einen Platz in der ersten Reihe ergattert, sodass wir direkt am Meer saßen. Die Pizza, die ich bestellt hatte, war wirklich gut, und die Aussicht war einfach traumhaft: Stella di Mare // Sveti Križ 4 // Rovinj

» Insgesamt lässt es sich in Kroatien meist gut und relativ günstig in Restaurants essen, sodass wir nur selten auf die Küchen in unseren Ferienwohnungen ausweichen mussten.

 

Ja, wer hätte gedacht, dass Kroatien so wahnsinnig schön ist? Ich könnte noch viele weitere, wunderschöne Ziele nennen (Poreč, Vrsar, Buje, …), die wir besucht haben, aber das würde den Rahmen sprengen. Natürlich könnt ihr gern in den Kommentaren Fragen oder Anregungen hinterlassen – denn wir haben definitiv vor, Kroatien noch einen Besuch abzustatten!

[Reisezeitpunkt: September 2014]

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