Barcelona, Spanien | Wie ein Juwel in der Sonne

In puncto Euphorie halte ich es mit Freddie Mercury, wenn er über die katalanische Hauptstadt singt: „Barcelona – such a beautiful horizon! Barcelona – like a jewel in the sun!“

Verena wandert:

Es ist nicht leicht, ganz ohne Vorstellungen eine Stadt zu bereisen, von der jeder Bekannte in so hohen Tönen schwärmt, dass sie kaum noch zu hören sind. Ich bin jedoch gar nicht erst auf die Idee gekommen, meine Erwartungen runterzuschrauben. Das lag wohl auch daran, dass ich vorab kaum Zeit hatte, über die Reise nachzudenken. Im Grunde habe ich mein Köfferchen gepackt, ließ mich von den Vueling-Flugsicherheitsregelungen beschallen – und dann war ich plötzlich schon da. Mitten in der Hitze, unter einem strahlend blauen Himmel, zwischen beschäftigt eilenden Menschen. Und Barcelona war überall.

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Zum Glück war das Ganze als Familienreise geplant, und zum Glück waren meine Eltern schon einmal in Barcelona gewesen. So konnte ich mich erst einmal entspannen, meinen Vater sein Spanisch üben lassen und staunend hinterherdackeln. Denn zu staunen gibt es in Barcelona viel, und dieser Tätigkeit bin ich eifrig nachgekommen.

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Immer dem Reiseführer nach

Im Nachhinein weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll: Beim Arc de Triomf, hinter dem sich ein malerischer, von Palmen flankierter Boulevard ausrollt, den die Leute entlangschlendern, als kennten sie keine Sorgen auf der Welt? Beim traumhaften Parc de la Ciutadella, der trotz der zahllosen Touristenscharen eine Ruhe verströmt, die zum stundenlangen Bleiben einlädt? Oder bei der Strandpromenade, die einem fast schon überheblich vor Augen führt, dass man eine derartige Stadt – mit Großstadtflair und Strandmomenten – so schnell nicht wieder findet?

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Barcelona – die Rundum-Sorglos-Stadt

Das ist es wahrscheinlich, was die Stadt so anziehend macht – Barcelona’s got it all. Dich interessiert Architektur? Keine Sorge, Gaudí hat sich um dich gekümmert. Du sehnst dich nach dem Meer? Ein paar Stationen mit der U-Bahn und es liegt dir zu Füßen. Doch lieber Shopping? Auf der Passeig de Gràcia wirst du (mit ausreichendem Kleingeld) sicher fündig. Essen, Nachtleben, Kultur? Alles da, gibt es noch etwas, das dein Herz begehrt?

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Der Platz an der Sonne

In den Tagen, die wir in Barcelona verbracht haben, habe ich mich in eine Art Hans Guck-in-die-Luft verwandelt – neben den zahllosen Sehenswürdigkeiten haben mich vor allem die Gassen fasziniert, durch die man ständig spaziert. Sie haben mich auf eine angenehme Weise an Neapel erinnert – schmal und hoch gebaut, sodass das Sonnenlicht nur mittags die Möglichkeit hat, die mit Pflanzen verzierten, kleinen Balkons mit ein paar Strahlen zu grüßen.

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Stolpert man durch eine dieser Gassen plötzlich in Richtung Helligkeit, so ist man mit etwas Glück auf die Plaҫa Reial geraten. Dabei handelt es sich um den wohl schönsten Platz der Stadt. Das Leben zu genießen fällt einem dort erstaunlich leicht. Menschen beobachten, durch Palmenblätter hinweg von der Sonne angezwinkert werden, vielleicht in einem der Lokale Paeilla oder Tapas probieren. Man fängt fast an, sich zu fragen, wieso nicht jeder Tag so aussieht.

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Gerüche und Farben

Mindestens genauso lebhaft wie auf der Plaҫa Reial geht es in anderen Teilen der Stadt zu – beispielsweise auf den Ramblas, der über einen Kilometer langen Promenade, die vom Wasser in den Kern der Stadt führen. Wer Trubel nicht ausstehen kann, sollte sich von dieser Straße jedoch eher fernhalten; wäre Lebhaftigkeit ein Ort, sie würde den Namen Las Ramblas tragen. Zweigt man von ihnen in Richtung Mercat de la Boqueria ab, beginnt eine Reizüberflutung der anderen Art: Auf diesem Markt findet man nicht nur Menschenscharen, sondern auch Gewürze, Süßigkeiten, Smoothies und alles andere, was die Sinne verzaubert und vollkommen in Beschlag nimmt. Man möchte gar nicht blinzeln, aus Angst, einen der Stände zu verpassen. Und natürlich konnte ich nicht ganz ohne Souvenir (in Form von Hüftgold) von diesem Ort verschwinden…

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Ein bisschen Tourist steckt doch in jedem!

An einem Tag, an dem die Sonne hochsommertypisch stark brannte, entschieden wir uns, den ‚City Sightseeing Hop On Hop Off‘ Bus zu nehmen. Klingt touristisch und war es auch – aber auch ziemlich entspannend und praktisch. Obwohl die öffentlichen Verkehrsmittel in Barcelona gut und günstig sind, erreicht man mit dem Bus schnell Orte, die man sich sonst mühselig aus U-Bahn-Routen zusammenbasteln muss. Dazu gehören unter anderem der Berg Montjuïc, von dem aus man eine traumhafte Aussicht auf die Stadt hat, aber auch das Stadion des FC Barcelona inklusive gigantischem Fan-Shop. Auch wenn die Tickets für den Bus nicht gerade zu Schnäppchenpreisen zu erstehen sind, hat es sich für uns gelohnt – man kann zwischen drei verschiedenen Routen wählen, die alle möglichen Bereiche der Stadt abdecken. Unsere Füße (und auch die im Wind flatternden Haare) waren uns jedenfalls dankbar für die Abwechslung.

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Von Kirchen und Türmen

Am Schluss muss ich noch zwei meiner persönlichen Highlights erwähnen, die ich trotz ihrer Bekanntheit hervorheben möchte: Die Sagrada Família sowie den Park Güell. Trotz hoher Eintrittspreise haben wir es nicht bereut, die beiden Orte besucht zu haben – im Gegenteil.

Zur Sagrada Família bleibt mir nur eine Sache zu sagen: Ich war schon in vielen Kirchen (und Kathedralen. Und Domen. Und Münstern.). Nicht, weil ich sonderlich gläubig bin, sondern weil mein Vater uns in Familienurlauben oft zu Besichtigungen von Kirchen mitgenommen hat. Doch etwas wie die Sagrada Família haben wir beide noch nicht gesehen – als wir eintraten, bin ich fast rückwärts umgekippt. Man muss sie wohl selbst sehen, um ihre ganze, unkonventionelle Schönheit begreifen zu können, doch die Bilder können hoffentlich einen Eindruck davon geben.

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Auch an meinem zweiten Highlight hat Gaudí merklich mitgearbeitet – die Kunst, die dieser Mann geschaffen hat, ist einfach überwältigend schön. Der Park Güell ist mit seinen filigranen, bunten Mosaiken, die teils symmetrisch, teils wild durcheinander angeordnet sind, einfach ein Muss. Als ich vor den beiden bekannten Häusern stand, fühlte ich mich wahrlich wie Alice im Wunderland und hatte kein Bedürfnis, mich in Verena zurückzuverwandeln! Doch auch der Teil des Parks, der keinen Eintritt kostet (also der eigentliche Park), ist wunderschön. Wenn dann im Schatten unter einem Baum noch ein Straßenmusiker spanische Gitarrenmusik spielt, erscheint das Leben so leicht wie selten.

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Vielleicht habe ich mich in diesem Post ein wenig zu sehr auf die Dinge konzentriert, die ich gesehen habe und zu wenig darauf, wie ich mich gefühlt habe. Aber wie ich mich gefühlt habe, lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Beeindruckt, überwältigt, begeistert. Barcelona ist traumhaft! Alles ist einfach so schön, und man muss sich nicht sonderlich anstrengen, um auf eine dieser schönen Ecken zu stoßen – es gibt sie wirklich überall! Ich hätte auch einen Tag lang planlos durch die Stadt laufen können, mit Blick auf die engen Gassen, in den Händen ein kaltes Getränk, die Füße beschwingt spazierend – mehr braucht es in Barcelona nicht zum Glück.

Verena empfiehlt:

» Die Hotelsuche für Barcelona kann recht nervenaufreibend sein, doch mit unserer Unterkunft waren wir voll und ganz zufrieden: Das Acta Antibes ist ein hervorragendes Hotel mit sehr sauberen, gemütlichen Räumen, modernen Badezimmern und Personal, das an Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft kaum zu übertreffen ist. Es ist in der Nähe der Sagrada Familia gelegen und die U-Bahn-Station „Monumental“ ist nur wenige Minuten zu Fuß entfernt: Acta Antibes // C/ Diputacio, 394

» Wie bereits erwähnt sind die öffentlichen Verkehrsmittel in Barcelona – wie in den meisten Metropolen – sehr gut und ermöglichen eine hervorragende Anbindung. Besonders lohnen sich dabei die T10 oder T30 Tickets, mit denen mehrfache Fahrten möglich sind.

» Für Vegetarier scheint die spanische Küche auf den ersten Blick nicht sonderlich verlockend. Trotzdem setzen sich vegetarische und auch vegane Tendenzen in Barcelona immer mehr durch. An der Plaҫa Reial wurde uns in der ersten Reihe mit Blick auf den herrlichen Platz eine vorzügliche Gemüse-Paeilla serviert, an die ich in schwachen Momenten noch sehnsüchtig zurückdenke: Ambos Mundos // Reial, 10

» Ein hingegen nicht gerade typisch spanisches Essen haben wir in einer Dönerbude in der Nähe der Sagrada Família verzehrt. Dabei handelte es sich um einen zufälligen Glückstreffer, da wir ausgehungert nach einem schnellen Imbiss suchten. Der Dürüm mit Halloumi hatte es uns jedoch so angetan, dass wir den Rest der Familie noch einmal dorthin schleiften. Eine solch himmlische Sauce für einen Döner habe ich nie zuvor gekostet: El Rey de Istanbul // Carrer de Sardenya

 

Wie also hoffentlich abzulesen ist, kann ich Barcelona uneingeschränkt weiterempfehlen! An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an meine Eltern, die diese Reise ermöglicht haben! Denn Barcelona ist nicht nur wunderschön, sondern leider auch recht teuer. Als Studentin ist man natürlich für solche gesponserten Reisen erst recht dankbar 🙂

Ich würde wahnsinnig gerne davon hören, was ihr über Barcelona denkt!

 

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